
Dies ist die Website und das Blog zum Buch "Wir nennen es Arbeit – die digitale Bohème oder intelligentes Leben jenseits der Festanstellung" von Holm Friebe und Sascha Lobo. Das Buch handelt davon, wie eine neue Klasse von Selbstständigen mit Hilfe digitaler Technologien dem alten Traum vom selbstbestimmten Arbeiten in selbstgewählten Kollektivstrukturen ein gutes Stück näher kommt. Das Blog schreibt das Buch fort, gibt Updates zu den einzelnen Kapiteln und informiert über neueste Entwicklungen und Frontverläufe im Kampf um den Individualismus 2.0.
In der Anfangsphase des Internets wurde sein Wesen irgendwo zwischen Information und Kommerz vermutet. Heute ist die stärkste Triebfeder für die Weiterentwicklung der soziale Austausch. Der Begriff Web 2.0 verheisst, dass die Menschen das Internet der Firmenpräsenzen zurückerobern. Die digitale Bohème nutzt das Internet gleichzeitig als Ideen-, Produktions-, Kommunikations- und Vertriebs-Medium.
Es gab mal die Annahme, dass durch Internet und Mobiltelefon der Ort bedeutungslos wird. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade die hochmobile, kreative Klasse sucht sich Orte, an denen Lebensqualität und soziale Dichte zusammenkommen. Gerade der digitalen Bohème ist wichtig, wer im Café neben einem sitzt und warum. Orte mit hohem Anteil an Künstlern und Schwulen sind in den USA die Orte mit dem höchsten Wirtschaftswachstum.
Die Medien- und Marketingmaschine braucht immer mehr Futter und muss immer interessanter erscheinen. Da kommt die Bohème mit ihren wirren, aber unterhaltsamen Ideen gerade recht. Von ihr geht eine seltsame Anziehungkraft aus, denn eines können die Marketingabteilungen der Konzerne nicht selbst herstellen: Coolness. Es entsteht eine Hassliebe, die Basis für den Geldfluss der einen und Coolness-Transfer der anderen Seite ist.