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Etwas Besseres als die Festanstellung finden wir allemal

Dies ist die Website und das Blog zum Buch "Wir nennen es Arbeit – die digitale Bohème oder intelligentes Leben jenseits der Festanstellung" von Holm Friebe und Sascha Lobo. Das Buch handelt davon, wie eine neue Klasse von Selbstständigen mit Hilfe digitaler Technologien dem alten Traum vom selbstbestimmten Arbeiten in selbstgewählten Kollektivstrukturen ein gutes Stück näher kommt. Das Blog schreibt das Buch fort, gibt Updates zu den einzelnen Kapiteln und informiert über neueste Entwicklungen und Frontverläufe im Kampf um den Individualismus 2.0.

01.09.2008 | 12:29 | Holm Friebe | - Das Prinzip Bohème

Urlaubsvertretung

Um das Warten auf die beiden kommenden Bücher, die sich aus der Zellteilung von "Wir nennen es Arbeit" ergeben haben, Kathrin Passigs und Sascha Lobos Apologie der Faulheit ("Aufschieben ist auch arbeiten") und Holm Friebes und Thomas Ramges Buch über das Basteln ("Pflichtlektüre für die deutschen Management-Etagen") abzukürzen (beide erscheinen Ende September, dürfen jetzt aber schon auf Amazon vorbestellt werden), hier ein paar Empfehlungen von Art- und Sinnverwandtem für die restlichen Sommertage:

Zum einen wäre da Christian Rickens, dessen Buch "Die neuen Spiesser" wir an dieser Stelle bereits gefeiert haben, nicht nur, weil Amazon-Kunden, die unser Buch kauften, auch dieses Werk mochten. Die Diskussion auf dem 9to5 Festival-Camp zwischen ihm, Mercedes Bunz, Philipp Albers und mir darüber, Was ein linker Neoliberlismus sein könnte (mp3), nahm Rickens zum Aufhänger für sein neues Buch Links! Comeback eines Lebensgefühls, wie man bei SPON nachlesen kann. Der Rest des Buches hält, was der fulminante Auftakt verspricht. Dazu nimmt der Trend-Redakteur des Manager-Magazin den neuerlich wieder stärker zutage tretenden und oft als "Linksruck" bezeichneten Wunsch in der Bevölkerung nach weniger Marktdogmatismus und mehr sozialem Ausgleich zum Ausgangspunkt für eine Standortbestimmung dessen, was heute eine aufgeklärte linke Position sein könnte. Und landet somit folgerichtig weder bei Lafontaines nationalem Sozialismus, noch bei Becks Problembär-Populismus. Vielmehr zeichnen sich darin die Konturen eines modernisierten Linksliberalismus ab, wie er auch für Nicht-Studienräte und -Zeit-Abonnenten anschlussfähig wäre. Das Zehn-Punkte-Programm am Ende des Buches (u.a. "Schuss mit der Zweiklassenmedizin", "Ja zur Zuwanderung!", "Keine weitere Privatisierung von Netzwerkindustrien") erscheint per Akklamation zustimmungsfähig und würde – ginge es mit rechten Dingen zu in dieser Welt – das neue Grundsatzprogramm der SPD werden, das ihr den Weg aus der Krise und zur nächsten Kanzlerschaft weist. (Selbst Kathrin Passig, eigentlich eine Freundin des Thatcherismus, soll sich nach der Lektüre auf einmal für das Grundeinkommen ausgesprochen haben.)

Auf ganz andere Weise zeigt sich Markus Albers inspiriert durch aktuelle Diskursformationen, zu denen wir womöglich beigetragen haben. Sein Buch "Morgen komme ich später rein. Für mehr Freiheit in der Festanstellung" ist quasi die Fortsetzung von WNEA mit den Mitteln der Appeasement-Politik: Ein Kompromissangebot an die Arbeitgeberseite, dem mit Händen zu greifenden Unbehagen im Angestelltenlager zumindest insoweit entgegenzuwirken, als wenigstens man die hanebüchensten Auswüchse des weit verbreiteten Präsentismus bekämpft. Gut recherchiert und salopp referiert Albers vertraute und neue Standards und Erkenntnisse zum Wesen von (guter) Arbeit und bringt insbesondere Beispiele aus der Konzernwelt an, wo das neue Laisser fair bereits funktioniert und Früchte trägt. Wenn man dem Buch aus doktrinärer Sicht etwas vorhalten wollte, dann seinen kompromisslerischen Reformismus. Aber das wollten wir uns mit Christian Rickens ja gerade abgewöhnen. Und es ist ja durchaus etwas gewonnen, wenn auch Käfighühner mal an der Freiheit schnuppern dürfen, oder etwa nicht? Die Linkspartei würde jetzt sagen ... aber lassen wir das. Kurz: Mit diesen beiden Büchern kommt man gut über die erste Septemberhälfte, so man die Zeit nicht in irgendeinem Büro absitzen muss. Oder beim Basisplenum.


09.07.2008 | 22:53 | Holm Friebe | - Das Prinzip Bohème

Das Taschenbuch ist da!

Hurra, das Taschenbuch ist da! Es ist ca. DIN A 5 gross und wiegt 260 Gramm. Der Preis hat sich von 17,95 € auf 8,95 € quasi halbiert, sodass sich nun auch "urbane Penner" den Text leisten können, der ihr Leben verändern wird. Alle anderen müsen warten, bis das Buch im Sommer 2010 unter eine CC-Lizenz gestellt wird oder im Frühjahr 2015 der Film herauskommt (mit Bill Kaulitz und Jimi Blue Ochsenknecht in den Hauptrollen).

Wir haben behutsam den Inhalt aktualisiert, ohne peinliche Fehleinschätzungen zu bereinigen. Und erstmalig wurde der erotische Subtext voll herausgearbeitet. Es gibt ein neues Vorwort, in dem wir uns Rechenschaft über die vergangenen zwei Jahre ablegen. Das alte Vorwort der Hardcover-Ausgabe findet sich wie angekündigt – Hallo, liebe Taschenbuchleser! Herzlich willkommen! Niemand blickt auf euch herab ... – hier.

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20.04.2008 | 17:44 | Holm Friebe | - Der unflexible Mensch | - Money For Nothing

Ruckwärtsgewandt

Nils Minkmar heute in der FAS über die jüngste Ruckwärtsrolle von Roman Herzog et al.:

Das Land ist viel weiter und zum Glück auch spannender als diese Reflexion darüber. Jugendliche, die auf eBay mit den von chinesischen Gamern errungenen Punkten für "World of Warcraft" handeln, die auf Youtube ihre Brickfilme vergleichen und aufwendige Kurzfilme in ihre Blogs stellen, werden Belehrungen, dass sie ja pünktlich und sauber beim Meister erscheinen müssen, sonst wird es nichts mit der Lebenszeitstellung bei Daimler, nur noch als kultige Schrulle zu schätzen wissen.

Guter Punkt. Bis auf, dass man auf eBay, soweit wir wissen, keine Punkte aus "World of Warcraft" handelt, sondern wenn, dann Gold, Waffen oder ganze Characters.


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