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<title>Wir nennen es Arbeit</title>
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<lastBuildDate>Tue, 01 Feb 2011 11:34:33 +0100</lastBuildDate>
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<title><![CDATA[Urlaubsvertretung]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://wirnennenesarbeit.de/bilder/upload/lobopassig2.jpg" width="135" height="224 alt=""></span><span class="bild"><img src="http://wirnennenesarbeit.de/bilder/upload/Markeeigenbau.jpg" width="135" height="207 alt=""></span><span class="bild"><img src="http://wirnennenesarbeit.de/bilder/upload/rickens.jpg" width="135" height="240 alt=""></span><span class="bild"><img src="http://wirnennenesarbeit.de/bilder/upload/Albers3.jpg" width="135" height="208 alt=""></span>Um das Warten auf die beiden kommenden Bücher, die sich aus der Zellteilung von "Wir nennen es Arbeit" ergeben haben, Kathrin Passigs und Sascha Lobos <a href="http://www.amazon.de/Dinge-geregelt-kriegen-Funken-Selbstdisziplin/dp/3871346195">Apologie der Faulheit</a> ("<a href="http://www.zeit.de/campus/2008/04/aufschieben-report?page=all">Aufschieben ist auch arbeiten</a>") und Holm Friebes und Thomas Ramges <a href="http://www.amazon.de/Marke-Eigenbau-Aufstand-Massen-Massenproduktion/dp/3593386755/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1220087994&sr=1-1"> Buch über das Basteln</a> ("<a href="http://www.handelsblatt.com/journal/kultur-lifestyle/personalisierte-mueslis-als-vorboten-der-zukunft;2029894">Pflichtlektüre  für die deutschen Management-Etagen</a>") abzukürzen (beide erscheinen Ende September, dürfen jetzt aber schon auf Amazon vorbestellt werden), hier ein paar Empfehlungen von Art- und Sinnverwandtem für die restlichen Sommertage:<br><br>Zum einen wäre da Christian Rickens, dessen Buch "<a href="http://www.amazon.de/Die-neuen-Spie%C3%9Fer-%C3%BCberholten-Gesellschaft/dp/355007896X">Die neuen Spiesser</a>" wir <a href="http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20070125131343">an dieser Stelle</a> bereits gefeiert haben, nicht nur, weil Amazon-Kunden, die unser Buch kauften, auch dieses Werk mochten. Die Diskussion auf dem <a href="http://9to5.wirnennenesarbeit.de/">9to5 Festival-Camp</a> zwischen ihm, Mercedes Bunz, Philipp Albers und mir darüber, <a href="http://podcast.9to5.wirnennenesarbeit.de/9to5-20070825-1716-saal-linker_neoliberalismus.mp3">Was ein linker Neoliberlismus sein könnte</a> (mp3), nahm Rickens zum Aufhänger für sein neues Buch <a href="http://www.amazon.de/Links-Comeback-Lebensgef%C3%BChls-Christian-Rickens/dp/3550087470">Links!  Comeback eines Lebensgefühls</a>, wie man <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,572953,00.html">bei   SPON nachlesen kann</a>. Der Rest des Buches hält, was der fulminante Auftakt verspricht. Dazu nimmt der Trend-Redakteur des Manager-Magazin den neuerlich wieder stärker zutage tretenden und oft als "Linksruck" bezeichneten Wunsch in der Bevölkerung nach weniger Marktdogmatismus und mehr sozialem Ausgleich zum Ausgangspunkt für eine Standortbestimmung dessen, was heute eine aufgeklärte linke Position sein könnte. Und landet somit folgerichtig weder bei Lafontaines nationalem Sozialismus, noch bei Becks  Problembär-Populismus. Vielmehr zeichnen sich darin die Konturen eines modernisierten Linksliberalismus ab, wie er auch für Nicht-Studienräte und -Zeit-Abonnenten anschlussfähig wäre. Das Zehn-Punkte-Programm am Ende des Buches (u.a. "Schuss mit der Zweiklassenmedizin", "Ja zur Zuwanderung!", "Keine weitere Privatisierung von Netzwerkindustrien") erscheint per Akklamation zustimmungsfähig und würde &ndash; ginge es mit rechten Dingen zu in dieser Welt &ndash; das neue Grundsatzprogramm der SPD werden, das ihr den Weg aus der Krise und zur nächsten Kanzlerschaft weist. (Selbst Kathrin Passig, eigentlich eine Freundin des Thatcherismus, soll sich nach der Lektüre auf einmal für das Grundeinkommen ausgesprochen haben.)<br><br>Auf ganz andere Weise zeigt sich Markus Albers inspiriert durch aktuelle Diskursformationen, zu denen wir womöglich beigetragen haben. Sein Buch "<a href="http://www.amazon.de/Morgen-komm-sp%C3%A4ter-rein-Festanstellung/dp/3593386526/">Morgen komme ich später rein. Für mehr Freiheit in der Festanstellung</a>" ist quasi die Fortsetzung von WNEA mit den Mitteln der Appeasement-Politik: Ein Kompromissangebot an die Arbeitgeberseite, dem mit Händen zu greifenden Unbehagen im Angestelltenlager zumindest insoweit entgegenzuwirken, als wenigstens man die hanebüchensten Auswüchse des weit verbreiteten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sentismus">Präsentismus</a>  bekämpft. Gut recherchiert und salopp referiert Albers vertraute und neue Standards und Erkenntnisse zum Wesen von (guter) Arbeit und bringt insbesondere Beispiele aus der Konzernwelt an, wo das neue <em>Laisser fair</em> bereits funktioniert und Früchte trägt. Wenn man dem Buch aus doktrinärer Sicht etwas vorhalten wollte, dann seinen kompromisslerischen Reformismus. Aber das wollten wir uns mit Christian  Rickens ja gerade abgewöhnen. Und es ist ja durchaus etwas gewonnen, wenn auch Käfighühner mal an der Freiheit schnuppern dürfen, oder etwa nicht? Die Linkspartei würde jetzt sagen ... aber lassen wir das. Kurz: Mit diesen beiden Büchern kommt man gut über die erste Septemberhälfte, so man die Zeit nicht in irgendeinem Büro absitzen muss. Oder beim Basisplenum.</p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Mon, 01 Sep 2008 12:29:17 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Das Taschenbuch ist da!]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://wirnennenesarbeit.de/bilder/upload/taschenbuch.jpg" width="465" height="348 alt=""></span>Hurra, das Taschenbuch ist da! Es ist ca. DIN A 5 gross und wiegt 260 Gramm. Der Preis hat sich von 17,95 € auf 8,95 € quasi halbiert, sodass sich nun auch "urbane Penner" den Text leisten können, der ihr Leben verändern wird. Alle anderen müsen warten, bis das Buch im Sommer 2010 unter eine <a href="http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/">CC-Lizenz</a> gestellt wird oder im Frühjahr 2015 der Film herauskommt (mit Bill Kaulitz und Jimi Blue Ochsenknecht in den Hauptrollen).<br><br>Wir haben behutsam den Inhalt aktualisiert, ohne peinliche Fehleinschätzungen zu bereinigen. Und erstmalig wurde der erotische Subtext voll herausgearbeitet. Es gibt ein neues Vorwort, in dem wir uns Rechenschaft über die vergangenen zwei Jahre ablegen. Das alte Vorwort der Hardcover-Ausgabe findet sich wie angekündigt &ndash; Hallo, liebe Taschenbuchleser! Herzlich willkommen! Niemand blickt auf euch herab ... &ndash; <a href="http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20080709223500">hier</a>.<br><br><a href="http://www.amazon.de/Wir-nennen-Arbeit-Intelligentes-Festanstellung/dp/3453600568/">Taschenbuch kaufen</a></p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 22:53:01 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Ruckwärtsgewandt]]></title>
<description><![CDATA[<p>Nils Minkmar heute in der FAS über die jüngste <a href="http://www.campus.de/isbn/9783593386508">Ruckwärtsrolle</a> von Roman Herzog et al.:<br><br><em>Das Land ist viel weiter und zum Glück auch spannender als diese Reflexion darüber. Jugendliche, die auf eBay mit den von chinesischen Gamern errungenen Punkten für "World of Warcraft" handeln, die auf Youtube ihre Brickfilme vergleichen und aufwendige Kurzfilme in ihre Blogs stellen, werden Belehrungen, dass sie ja pünktlich und sauber beim Meister erscheinen müssen, sonst wird es nichts mit der Lebenszeitstellung bei Daimler, nur noch als kultige Schrulle zu schätzen wissen.</em><br><br>Guter Punkt. Bis auf, dass man auf eBay, soweit wir wissen, keine Punkte aus "World of Warcraft" handelt, sondern wenn, dann Gold, Waffen oder ganze Characters.</p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 17:44:06 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Wieso? Weshalb? Warum?]]></title>
<description><![CDATA[<p>So. Jetzt hat also auch noch einmal die taz mit einigem Abstand und ohne äussere Not <a href="http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/arbeiten-bis-wir-70-sind/?src=SZ&cHash=9dbaea7e5f">alles durcheinander gebracht</a>. Dabei hatte doch die nette Nina Apin in derselben Zeitung zwar kritisch, aber durchaus informiert vom <a href="http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2007/08/25/a0251">9to5 Festival-Camp berichtet</a>. Warum muss jetzt Christiane Müller-Lobeck ausgerechnet beim Grenzanbieter Thomas Thiel von der FAZ <a href="http://berufundchance.fazjob.net/s/RubC43EEA6BF57E4A09925C1D802785495A/Doc~E1073B3B0F0354188AA9E84796AD8F9D6~ATpl~Ecommon~Scontent.html">abschreiben</a>, was sich daran dingfest machen lässt, dass nur er den Festivalnamen mit "neun bis fünf" wiedergab, wie es nun aus zweiter Hand in der taz steht. Wieso merkt diese Frau nicht, dass offensichtlich etwas mit dem Autor nicht stimmen kann, wenn er inmitten verstolperter "New Journalism"-Gehversuche, die schon am profunden Desinteresse an der Umgebung scheitern (wie sonst kann man die Ver.di- mit der DGB-Zentrale verwechseln?) absatzweise zustimmend die Junge Welt als veritable Quelle für Ideologiekritik heranzitiert? In der FAZ! Wieso denn bloss? Und welche Freude an der groben Vereinfachung muss man an den Tag legen, um daraus einen Fall zu konstruieren, der <a href="http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/lagebericht.html?nr=20070911160806">Jörn Morisses schönes Buch "Wovon lebst Du eigentlich?"</a> gegen das <a href="http://www.9to5.wirnennenesarbeit.de/">9to5.Wir nennen es Arbeit</a>-Festival ausspielt, bei dem Jörn die Programmdirektion inne hatte, und das auch nicht wirklich identisch mit dem Buch ist, um das es hier geht? Warum möchte Müller-Lobeck "die Bröseligkeit des noch vor einem Jahr knackigen Begriffs" der digitalen Bohème ausgerechnet aus einem Buch herauslesen, das vor einem Jahr entstanden ist? Um das noch einmal zu betonen: Zwischen uns und Jörn, zwischen "Wir nennen es Arbeit" und "Wovon lebst Du eigentlich?" passt kein Blatt Papier. Aber noch ein paar Bücher mehr, die das genauere Hinschauen lohnen und Nachdenken erfordern.</p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Wed, 09 Jan 2008 00:08:11 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Produktive Pause]]></title>
<description><![CDATA[<p>Sowohl Holm Friebe wie auch ich sind im Moment tief in anderen Buchprojekten vergraben, natürlich nicht gemeinsam, sondern mit anderen Drittautoren. Holm schreibt mit Thomas Ramge etwas über die grossartige Bastelrenaissance, ich schiebe mit Kathrin Passig ein Buch über Prokrastination auf, für das wir uns aber bereits vollkommen unrealistische Deadlines gesetzt haben. Beide Bücher aneinandergeklebt können durchaus als leicht verwachsener Nachfolger zu "Wir nennen es Arbeit" gelten, unter eleganter Umgehung der politischen Hintergründe und Entwicklungen. Die beackern wir &ndash; getrennt marschieren, getrennt zuschlagen, gemeinsam wirken &ndash; andernorts.<br><br>Das sind nur einige von 237 Gründen, weshalb hier seit einiger Zeit bemerkenswert wenig passiert. Das ist aber nicht schlimm, sondern eben nur als Pause (daher der Titel) zu betrachten, denn spätestens im nächsten Spätsommer wird "Wir nennen es Arbeit" wieder brandaktuell und kochend heiss: dann wird die aktualisierte Taschenbuchausgabe erscheinen, mit einem nagelneuen Vorwort und tollen Ergänzungen <span style="text-decoration:line-through;">und einem zusätzlichen Kapitel über Nagetiere</span>. Bis dahin hiberniert diese Seite ein wenig vor sich hin, liegt im Mondlicht schimmernd im Internet herum und steckt gelegentlich vielleicht doch mal den Kopf aus der Höhle. Das nur als Statusmeldung.</p>]]></description>
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<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator >
<pubDate>Mon, 17 Dec 2007 16:18:13 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Grünes Grundeinkommen, misc.]]></title>
<description><![CDATA[<p><em>Die <a href="http://gruene-berlin.de">Berliner Grünen</a> haben mich eingeladen, auf ihrer morgigen Regionalkonferenz zum Thema <a href="http://gruene-berlin.de/site/index.php?id=390&backPID=390&tt_news=953">Von der Grundischerung zum Grundeinkommen</a> Stellung zu beziehen und als Sprecher der digitalen Bohème etwaige Forderungen zu erheben. Na, dann wollen wir doch mal:</em><br><br><strong>1.)  Bedingungsloses Grundeinkommen</strong><br><br>Ja, logisch. Einfach weil der produktive Fortschritt mittlerweile die Entkopplung von selbstgewählter Tätigkeit und schiererer Existenzsicherung nicht nur erlaubt, sondern als zivilisatorischen Standard gebietet. In dem Moment aber, wo man diese Minimalforderung  &quot;negative Einkommensteuer&quot; nennt, bekommt sie etwas pragmatisches und verliert ihren heilsbringerischen Gestus, als sei sie die letztgültige Antwort auf alle Fragen. Vor allem darf man sich nicht von dem Budenzauber blenden lassen, den philantrope Unternehmer zum Thema abfackeln, um sich von jeglicher Steuerlast zu befreien. Die Refinanzierung darf nicht über die Konsumsteuer passieren, da das wiederum die kleinen Einkommen ohne Sparneigung am härtesten trifft. Die Möglichkeit der Umverteilung muss erhalten bleiben, sprich: die Progression der Einkommensteuer &ndash; es gibt keinen Grund, das Grundeinkommen an irgendeine Flat tax zu koppeln. Vielmehr müsste man darüber nachdenken, wie man die Besteuerungsbasis verbreitert, also alle Einkommensarten, auch Mieten und Kapitaleinkommen gleichmässig heranzieht. <br><br>Wichtig an der negativen Einkommensteuer ist, dass sie anreizkompatibel ist, das heisst vom ersten dazuverdienten Euro bleibt etwas übrig für die eigene Tasche. Das schafft Anreize zur Eigeninitiative und verhindert Schwarzarbeit. Die absolute Höhe des &quot;Grundeinkommens&quot; ist dabei zunächst mal vernachlässigbar, da nach einer solchen Operation (und die bis dahin stattfindende Inflation) das Preisgefüge ohnehin ein anderes sein wird. Fest steht: Es wird nicht genug sein zum guten Leben. Schon allein deshalb sollte man damit nicht das feine Besteck einer differenzierten und bedarfsabhängigen sozialstaatlichen Fürsorge aus der Hand geben. <br><br>Das grosse Problem beim Grundeinkommen, das ich sehe, ist, dass es so etwas wie die &quot;Blaue Blume&quot; emanzipatorischer Politik ist. Alle sind sich einig, dass es erstrebenswert wäre, dass es aber unter derzeitigen politischen Bedingungen nicht durchsetzbar ist. Die drängendere Frage ist also: was machen wir bis dahin?<br><br><strong>2.) Bessere Absicherung von prekären Freiberuflern im bestehenden System</strong><br><br>Die Ignoranz der Politik für neue Arbeitsformen und Erwerbsmodelle zeigt sich am deutlichsten beim Thema Rente und Altersvorsorge. Die ZEIT schreibt in der <a href="http://www.zeit.de/2007/36/Altersarmut">vorletzten Ausgabe</a>:<br><br>&quot;Waren bisher vor allem nicht erwerbstätige Mütter die Verlierer der Rentenpolitik, so werden dies in Zukunft Geringverdiener, Arbeitslose und Selbständige sein. Für sie gibt es wenig Grund, über die 'Rente mit 67' zu jammern, viele von ihnen werden im Alter so lange weiterarbeiten, wie es geht, manchmal bis zum Tod. An dieser Zielgruppe geht die schwarz-rote Rentenpolitik vorbei.&quot;<br><br>Das selbe Muster zeichnet sich beim Elterngeld, der Förderung von Betriebsrenten oder der Forderung nach Investivlöhnen ab. Die ZEIT weiter:<br><br>&quot;Beinahe hätte die Koalition vor der Sommerpause noch einen 'Pflege-Riester' eingeführt, mit dem das Sparen für den Pflegefall subventioniert werden soll. Gemeinsam ist all diesen Ideen, dass sie nur Menschen helfen, die durch die gesetzliche Rentenversicherung schon abgesichert sind. Ihnen droht aber ohnehin nur selten Armut. Freiberufler hingegen, egal ob wohlhabend oder arm, haben keinen Anspruch auf Riester-Förderung. So geht die staatliche Hilfe an denen vorbei, die sie besonders brauchen. Doch die Nöte des alternden Prekariats sind momentan kein Thema &ndash; die Regierung schweigt und schaut weg.&quot;<br><br>Was also tun? Die Künstlersozialkasse ist eine vorbildliche Insellösung, mit der es gelungen ist, Künstler und freischaffende Publizisten, die notorisch keinen festen Arbeitgeber haben, mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zumindest gleich zu stellen, indem der Staat (über ein komplizierte Konstrukt) in die Rolle des Arbeitgebers steigt und dessen Anteil zu Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung übernimmt. Das Modell der Künstlersozialkasse müsste ausgeweitet werden &ndash; und nicht zurückgeschraubt, wie es zur Zeit passiert, indem nämlich gerade die vielen neuen Berufe aussortiert werden, die nicht ins starre Positiv-Schema passen. Versuchen Sie mal als Architekt in Second-Life in die KSK zu kommen!<br><br>Wenn das Modell nicht auf einen Schlag auf alle Soloselbständigen ausgeweitet werden kann (dafür ist es in der Tat nicht ausgelegt), sollte zumindest der Bereich der Bildung eingemeindet werden. Wer die Zustände und Honorarsätze für Lehreinheiten an deutschen Hochschulen kennt, weiss, dass dort die Not fast grösser ist als in der sprichwörtlich brotlosen bildenden Kunst.<br><br><strong>3.) Freiberufler-Streamlining</strong><br><br>Generell sollten alle Massnahmen der Politik einem Freiberufler-Streamlining  (analog dem Gender Streamlining) unterzogen werden, das heisst, darauf hin abgeklopft, ob sie prekäre Selbständige nicht diskriminieren.  Dazu könnte auch ein Diskriminierungsverbot für Dritte kommen. Ein gutes Beispiel, dass so etwas notwendig ist, sind die Girokonoto-Konditionen der Postbank (an der der Staat immer noch Anteile hält). Das überall beworbene &quot;kostenlose&quot; Girokonto ist an die kleingedruckte Bedingung eines &quot;monatlichen bargeldlosen Geldeingang von 1.250 EUR (Gehalt, Mieteinnahmen, Rente, etc.)&quot; geknüpft, andernfalls werden monatliche Gebühren von 5,90 € fällig. Derlei Willkür muss Einhalt geboten werden.<br><br><strong>4.) Abschied vom Normalarbeitstag</strong><br><br>Grundsätzlich ist eine Ausweitung der Kinderbetreuung ja ganz im Sinne einer freiberuflichen Klientel.  Aber die Ausgestaltung, sprich: die Öffnungszeiten von Krippen, und Kindertagesstätten folgen dabei dem gleichgeschalteten Normalarbeitstag des Industriezeitalters. Die Tatsache, dass ein Kind häufig nicht mehr reingelassen wird, wenn man es nach neun abgeben will, ist der eigentliche Skandal. Von den Anfangszeiten des Schulunterrichts einmal ganz zu schweigen, unter dem nicht nur die Eltern leiden, sondern insbesondere auch die Kinder, wie immer mehr Ärzte neuerdings feststellen. Nach dem Einzelhandel mit seinen erweiterten Ladenöffnungszeiten sollten endlich auch staatliche Institutionen Menschen mit abweichende Tagesrhythmen akzeptieren.<br><br><strong>5.) Abbau bürokratischer Schikanen</strong><br><br>Oft sind es gar nicht mal so sehr die ökonomischen Zumutungen, die die freiberufliche Existenz bedrohen, sondern bürokratische Schikanen, die aus schierer Ignoranz errichtet werden. Beispiel: Wer sich selbständig macht und dazu beim Finanzamt  eine Umsatzsteuer-Nummer beantragt, wird im ersten Jahr dazu verpflichtet, seine Umsatzsteuererklärung monatlich abzugeben, auch wenn die Umsätze absehbar niemals die Regionen erreichen, wo das erforderlich wäre. Gerade in der Gründungsphase bindet das enorme Kräfte, die anderswo fehlen. Hinzu kommt, dass die Usability der Schnittstellen mit dem Finanzamt und anderen Behörden alles andere als ergonomisch sind. Hier würde man sich mehr geschmeidiges Interface-Design und Barrierefreiheit auch für Papierkram-Legastheniker wünschen. Vom  Web 2.0 lernen, heisst dienen lernen. Alternativ und flankierend könnte über die Einrichtung eines Ombudsmannes bei der Verwaltung nachgedacht werden, der als erster Ansprechpartner und Lotse im Verwaltungsdickicht funktioniert.<br><br><strong>6.) Freies W-LAN</strong><br><br>Am besten im gesamten Stadtgebiet. Insbesondere an sozialen Brennpunkten und in Armutsquartieren macht sich die digitale Spaltung als Bildungsgefälle mit allen sozialen Konsequenzen bemerkbar. Gerade für den Problemstandort Berlin würde eine derartige Initiative &ndash; nach dem Vorbild der Luftbrücke oder des 100-Euro-Laptops für Afrika &ndash; Sinn ergeben. Es wäre ein Schritt, der siechen Hauptstadt auf die Sprünge zu helfen, an dem Infrastruktur-Anbieter, Grosskonzerne, Stiftungen und die öffentliche Hand gemeinsam guten Willen beweisen könnten. Was Tallinn und Malaga können, können wir schon lange.<br><br></p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Fri, 07 Sep 2007 22:41:04 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Wir nennen es Arbeit auf koreanisch]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://wirnennenesarbeit.de/bilder/upload/wnea_koreanisch.jpg" width="300" height="397 alt=""></span>Nun, die Überschrift verrät es bereits: ich hatte gestern einen Zitteranfall vor Freude, weil ein Paket mit der koreanischen Übersetzung von &quot;Wir nennen es Arbeit&quot; ankam. Lustig ist, dass nicht alles übersetzt ist, sondern immer Mal wieder zwischendurch ein Originalwort steht, etwa &quot;Gebühreneinzugszentrale&quot;. Ausserdem sind die meisten Namen und Webadressen in lateinischen Buchstaben &ndash; ebenso die Mailadresse der Übersetzerin unter ihrem Autorenprofil. Der koreanische Leser muss also mindestens zwei Alphabete bedienen können. Falls jemand weiss, wie man den Amazon-Rang (bzw. die Entsprechung) auf den koreanischen Websites abfragen oder vielmehr verstehen kann, möge er sich melden. Dass übrigens &quot;Wir nennen es Arbeit&quot; ins Koreanische übertragen wurde, hat nicht nur mit der Qualität des Buchs zu tun: Etwa vergleichbar mit der Band von nebenan, die hier vor 12 Leuten spielt und in Japan Stadien füllt (hat jeder im Bekanntenkreis, muss man nicht extra erklären), scheint Korea ein kultureller Zweitmarkt für Bücher zu sein, wo deutschsprachige Neuerscheinungen zu Dutzenden von den Verlagen eingekauft werden. Bei unserer nächsten Lesung in einem koreanischen Stadion sage ich vorher bescheid.</p>]]></description>
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<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator >
<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 15:21:42 +0200</pubDate>
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<item>
<title><![CDATA[Kein Kalter Kaffee]]></title>
<description><![CDATA[<p><em>Termin bei der Personalchefin. Sie hat gute Nachrichten! Der Vertrag für die Festanstellung ist schon aufgesetzt. Das hört sich nicht schlecht an: 70 000 € Einstiegsgehalt, 32 Tage Urlaub, Dienstwagen, eigenes Büro natürlich ... Und was sagt der verdutzte Mitarbeiter dazu? &ndash; &quot;Ach, Mensch, was machen wir denn da? Wie soll ich sagen, bei aller Liebe, aber: nee!&quot; Und im Hinausgehen knurrt er noch verächtlich: &quot;... Festanstellung.&quot; Ist dieser Mensch denn von allen guten Geistern verlassen?<br><br>Dieser Frage gehen Holm Friebe und Sascha Lobo in &quot;Die digitale Bohème oder intelligentes Leben jenseits der Festanstellung&quot; (Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2007) nach. So verwunderlich die Eingangsszene auch klingen mag: Die Zahl derer, die sich gegen abhängige Lohnarbeit entscheiden, die nicht den staubigen Büroweg geringsten Leids gehen wollen, sondern den Weg grösster Freude, die sich entschliessen, ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu führen, wächst. (...) </em><br><br><a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Literatur-Hoerbuecher;art138,2343971">Jens Sparschuh im Tagesspiegel</a> über das Hörbuch.<br></p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Thu, 26 Jul 2007 09:38:30 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Die Katze im Sack kaufen!]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://wirnennenesarbeit.de/bilder/upload/flyer.jpg" width="465" height="333 alt=""></span><br clear="all">So. Langsam nimmt das &quot;9to5&quot;-Festival-Camp vom 23. bis 26. August mit einer Kernarbeitszeit jeweils von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens Formen an: Rund um das Thema Selbstorganisation scheint es sich auf magische Weise wie von selbst zu organisieren Während nebenan gerade die <a href="http://www.9to5.wirnennenesarbeit.de/">vernünftige Website</a> online geht, trudeln die Zusagen unserer Wunschreferenten, -performer und -bands ein. Deren Namen und das vollständige Programm werden wir aber erst am 20. Juni veröffentlichen, weil es bis dahin (oder bis 300 verkauft sind, whichever comes first) die &quot;Katze-im-Sack&quot;-Tickets  zum Preis von € 40,- zzgl. Vvk. statt € 60,- für die vollen drei Tage gibt. Das Paket für Firmenkunden, die dort den Kontakt zur digitalen Bohème suchen, ist natürlich teurer. Nur so viel sei für den Moment verraten: Es wird ein tolles Wochenende rund um die Uhr, direkt an der Spree, mit Sonnendeck und gratis WLAN &ndash; und es wird nicht langweilig werden. Also mutig sein und die Katze im Sack kaufen!<br><br><em>Nachtrag: So. Die Katzen im Sack sind weg. Ihr könnt Euch und uns aber nach wie vor einen Gefallen tun, indem Ihr rechtzeitig Drei-Tages-Tickets kauft, dass macht uns das kalkulieren einfacher und Euch das Reinkommen.</em></p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Fri, 01 Jun 2007 15:18:31 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Next07]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://wirnennenesarbeit.de/bilder/upload/next07.jpg" width="250" height="187 alt=""></span>Schnappschuss von der <a href="http://www.next-conference.com/next07/kongress/index.html">Next07</a> in Hamburg: Selten jemanden so umständlich den <a href="http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20070302134120">Long Tail</a> erklären hören, wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Bolz">Norbert Bolz</a>, demzufolge die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pareto-Prinzip">Pareto-Verteilung</a> unter anderem erklärt, &quot;warum sich 80 Prozent des Schmutzes auf 20 Prozent des Teppichs sammeln&quot;. Und genau so ist es angeblich auch im Internet. Aha. Sein Nachredner  <a href="http://www.next-conference.com/next07/blog/sprecher/bernd_m_michael.html"> Bernd M. Michael</a> beklagt lauthals, dass die Beratungsbranche immer neue Buzzwords wie &quot;Web 2.0&quot; ausspuckt, und begegnet dem Missstand, indem er mit &quot;Brand-Wikization&quot; das ultimative letzte, sperrige Nachklapp-Buzzword in die Welt zu stemmen versucht. Ach ja, und: &quot;Second Life ist die Ersatzwelt, in die wir hinein fliehen, weil wir mit der ersten nicht mehr zufrieden sind.&quot; Jenun. Der Tag hat &quot;sein Potential noch nicht voll ausgeschöpft&quot;, wie man hier so sagt.<br><br>P.S.: Wie es dann doch noch ein interessanter Tag wurde: Ein neues, vielleicht etwas umständliches  <a href="http://www.shoppero.com/">Long Tail-Geschäftsmodell</a> für Blogger, <a href="http://www.next-conference.com/next07/blog/sprecher/lukasz_gadowski.html">Lukasz Gadowski</a> über das nächste grosse Ding <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Commerce">Social Commerce</a> (&quot;Im Prinzip ist alles Social Commerce&quot;) und <a href="http://www.lafraise.com/">jede</a> <a href="http://www.charitees.de/">Menge</a> T-Shirts...</p>]]></description>
<link>http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20070503102833</link>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Thu, 03 May 2007 10:28:33 +0200</pubDate>
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